Mauern und Böschungssysteme

Brauche ich unbedingt ein Fundament und was muss ich beachten?

Mauern werden grundsätzlich auf ein frostfrei gegründetes Fundament gesetzt. In Deutschland bedeutet eine frostfrei Gründung i.d.R. eine Tiefe von 80 cm. Die unteren 50 cm können ungebunden ausgeführt werden, d. h. mit Sand-Kies oder Schotter, den man gründlich mittels Rüttelplatte oder Grabenstamper verdichtet. Die oberen 30 cm des Fundamentes werden mit Beton ausgeführt. Der Beton kann erdfeucht eingebaut werden und wird ebenfalls gründlich verdichtet. Wenn der Beton abgebunden ist, wird die Mauer auf eine Mörtel-Bettungsschicht auf das Fundament gesetzt.

Nach oben

Wie kann ich meine Mauer mit einem exakten Fugenverlauf aufbauen?

Beim Aufbau jeder Mauer ist der flucht- und höhengerechte Aufbau ständig mittels Schnur (-lot) und Wasserwaage zu überprüfen. Betonsteine können fertigungsbedingte Toleranzen aufweisen. Diese können sehr leicht beim Aufbau ausgeglichen werden, mittels kleiner Kunststoffkeile, wie sie im Baumarkt angeboten werden. Mit diesen kleinen Helfern ist der exakte Fugenverlauf ein Kinderspiel.

Nach oben

Wie hoch kann ich meine Mauer bauen?

Die maximale Aufbauhöhe einer Mauer ist produktabhängig. Sie kann in der folgenden Liste zusammengefasst werden:

Wandstärk (cm)max. Bauhöhe (cm)
Vigneto-Mauer1884
Bruchstein-Mauer25120
Gomera20120
Gartenmauer25130
Minipflanzstein2080
Wellino2080
Madoc1074

Werden die Betonsteine mit Beton verfüllt und mit Stahl bewehrt, lassen sich auch deutlich höhere Höhen realisieren. Für diese Anwendungen ist es aber zwingend notwendig, dass der Bauherr dies mit einem Statiker im Einzelfall abspricht.

Nach oben

Wie und mit was befüllt man eine Gartenmauer?

Eine Gartenmauer wird mit Sand-Kies oder Schotter der Körnung 0-32 mm gefüllt. Zusätzliche Stabilität erhält die Anlage, wenn man das Füllmaterial zusätzlich mit Zement mischt (Mischverhältnis 4 Anteile Sand: 1 Anteil Zement)
Werden die Betonsteine mit Beton verfüllt und mit Stahl bewehrt, lassen sich auch deutlich höhere Höhen realisieren. Für diese Anwendungen ist es aber zwingend notwendig, dass der Bauherr dies mit einem Statiker im Einzelfall abspricht.

Soll die Mauerkrone der Gartenmauer bepflanzt werden, dann werden die unteren Lagen befüllt, wie zuvor beschrieben. Die oberste Lage wird mit einem Gemisch aus Sand-Kies und Oberboden im Mischungsverhältnis 1 Anteil Oberboden: 2 Anteilen Sand-Kies befüllt.

Es ist ratsam die oberste Lage nicht bis zur Oberkante zu verfüllen, sondern nur bis ca. 3 cm unter der Oberkante. Auf diese Weise geht bei Regen oder Gießen kein Wasser für die Pflanzen verloren und sie entwickeln eine höhere Vitalität.

Nach oben

Was ist Magerbeton?

Magerbeton ist der bauseits (durch den Bauherrn oder seine Helfer) hergestellte Beton. Aus Sand-Kies und Zement, im Mischungsverhältnis 4 Anteile Sand-Kies : 1 Anteil Zement, wird durch zweimaliges Umschichten mittels Schaufel, ein Beton, den man als Magerbeton bezeichnen kann. Magerbeton wird in erdfeuchtem Zustand verwendet, d.h. in trockenen Sommern muss der Mischung zusätzlich etwas Wasser zugeführt werden, bis die Erdfeuchte erreicht ist. Erdfeucht ist ein Beton, wenn er sich in der Hand bleibend verformen lässt ohne an den Handflächen zu schmieren.

Nach oben

Wie und womit kann man eine Gartenmauer bepflanzen?

Will man eine pflegeextensive Mauerkronenbegrünung erzielen, sollte man dies mit einer klassischen Bepflanzung aus sukkulenten Pflanzen tun.

Nach oben

Womit befüllt man am besten seine Böschungssteine?

Böschungssteine werden mit einer homogenen Mischung aus Sand-Kies der Körnung 0-32 mm und Oberboden befüllt, im Mischungsverhältnis 2 Anteile Sand-Kies (0-32 mm) : 1 Anteil Oberboden. Die Wasserhaltefähigkeit wird auf diese Weise deutlich erhöht, gegenüber der reinen Sand-Kies oder Schotterbefüllung. Die Wasserdurchlässigkeit wird aber ebenfalls sichergestellt.

Wer regional die Möglichkeit hat, sollte zur Herstellung dieser Mischung Lava-Schotter anstelle von Sand-Kies verwenden.

Nach oben

Wie und womit bepflanzt man am besten seine Böschungssteine?

Diese Frage wurde bereits sehr häufig an uns gerichtet. Wir haben deshalb den Gärtnermeister und Gartenarchitekten Clemens Esser, vom Atelier Esser aus Rheinbach, gebeten diese Frage für Sie zu beantworten und einige Pflanzenlisten für Sie zusammenzustellen.

Böschungssteine können auf vielfältige Art bepflanzt werden. Das Sortiment eines Bau- und Gartenmarktes bietet hierzu reichliche Möglichkeiten. Die Pflanzung selber sollte mosaikartig angelegt werden, das heißt eine Vielzahl an Pflanzenarten werden in kleinteiligen Einheiten zusammengefasst. Große Pflanzflächen aus nur einer Pflanzenart sind zu vermeiden. Eine mosaikartige Pflanzung bietet stets einen natürlicheren Aspekt. Sie ist zudem auch stabiler und sicherer gegen Pflanzenausfälle, als eine Pflanzung, die sich nur auf wenige Pflanzenarten stützt. Fällt eine Pflanzenart aus, kann die Fehlstelle schnell von einer benachbarten Pflanzenart gefüllt werden.

Es wird empfohlen die Böschung als muntere Stauden-Strauch-Mischung anzulegen. Eine Hilfe zur fachgerechten Pflanzenauswahl bieten die Stauden- und die Strauchliste für den Pflanzenstandort Böschungs- und Mauersteine. Eine weitere Hilfe zur Steigerung des Blütenflors bietet die Liste der Zwiebelgewächse.

Eine weitere Möglichkeit zur optimierten Einbindung von Böschungen und Mauern aus Betonelementen ist die Berankung der baulichen Anlage mit Kletterpflanzen. Aufgrund der rauen Oberflächenstruktur bieten die Betonelemente den selbstklimmenden Pflanzen optimale Voraussetzung zur stabilen Verankerung ihrer Haftwurzeln in den Betonelementen.

Grundsätzlich wachsen Kletterpflanzen besser, wenn sie vor eine Böschung/Mauer gesetzt werden und an dieser hinaufklettern können. Nur in Ausnahmefällen, wenn es die Räumlichkeit nicht anders zulässt, sollten die Pflanzen oberhalb der Böschung gepflanzt werden, in der Hoffnung, dass sie an dieser herabhängen. Hinweise zur fachgerechten Pflanzenauswahl bietet die Liste der Kletterpflanzen.

Nach oben